Streit um neue Feuerwehrwache: Soll Kultur dem Fortschritt weichen?
In der Stadt wird eine Debatte über die Pläne für eine neue Feuerwehrwache immer hitziger. Die lokale Initiative SG_zukunft hat mehrfach Bedenken gegen das Projekt geäußert – insbesondere mit Blick auf die möglichen Auswirkungen auf das bestehende Theater und den Konzertsaal.
SG_zukunft lehnt die Vorschläge ab, das Theater und den Konzertsaal abzureißen, um Platz für die Feuerwehrwache zu schaffen. Die Gruppe argumentiert, dass der kulturelle Wert nicht allein an wirtschaftlichen Faktoren gemessen werden dürfe. Zudem warnt sie vor ökologischen Problemen, darunter den im Bauwerk gebundenen CO₂-Emissionen („embodied carbon“) sowie einem unterirdischen Bunker auf dem Gelände.
Die Initiative stellt auch die Zuverlässigkeit der Kostenschätzungen für öffentliche Bauvorhaben infrage. Als Beispiel führt sie die Feuerwehrwache in Ohligs an, wo die Ausgaben die ursprünglichen Prognosen deutlich überstiegen. Zudem zweifelt SG_zukunft die Neutralität der Szenariostudie an und wirft ihr vor, sie begünstige die Position der Stadtverwaltung.
Am Montag sollen die Ergebnisse der Studie öffentlich präsentiert werden. Anschließend wird der Stadtrat über das weitere Vorgehen beraten – darunter möglicherweise die Auftragung einer detaillierteren Machbarkeitsstudie. In den kommenden Tagen werden politische Gremien über die Zukunft des Theaters und des Konzertsaals entscheiden.
Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, die von SG_zukunft vorgebrachten Bedenken zu adressieren. Die anstehenden Entscheidungen zur Feuerwehrwache, zur Glaubwürdigkeit der Studie und zum Schicksal der Kulturstätten werden die künftigen Diskussionen prägen. Eine Machbarkeitsstudie könnte Klarheit über Kosten und Umsetzbarkeit bringen.
