Solingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch ein Masterplan fehlt
Nadeshda SölzerSolingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch ein Masterplan fehlt
Solingens Innenstadt steht vor einem stetigen Niedergang, geprägt von leerstehenden Läden, einem schrumpfenden Warenangebot und einem Mangel an Gastronomie oder Begegnungsstätten. Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme sind tief verwurzelt, mit vielen Ursachen, die außerhalb des Einflussbereichs der Stadt liegen – etwa die Verlagerung von Dienstleistungen in größere Städte und der Aufstieg des Online-Handels.
Der Rückgang vollzieht sich seit Jahren. Faktoren wie die Abwanderung der Industrie ins Ausland, die Dominanz von Discountern und die Anziehungskraft größerer urbaner Zentren haben dazu beigetragen. Lokale Entscheidungsträger haben versucht, das Problem mit Einzelprojekten und Fachstrategien anzugehen, doch ein übergreifender Plan fehlt bisher.
Walsken plädiert für einen grundlegenden Kurswechsel. Statt verstreuter Initiativen fordert er eine langfristige, umfassende Strategie zur Entwicklung der gesamten Innenstadt und ihres Umlands. Sein Vorschlag umfasst einen Masterplan für den Ringschluss, der Stadtplanung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsbildung berücksichtigt.
Er betont auch, dass der Blick über die Innenstadt hinausgehen muss. Gebiete wie die Mangenberger Straße, die Friedrichstraße, der Graf-Wilhelm-Platz und das Werwolf-Viertel müssen in die Lösung einbezogen werden. Walsken warnt davor, wichtige Wahrzeichen zu verlieren – etwa das Theater- und Konzerthaus, das durch eine Feuerwehrwache ersetzt werden könnte, wenn nicht gehandelt wird.
Um eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung anzuziehen, hebt er die Notwendigkeit besserer Kinderbetreuung, stärkerer weiterführender Schulen und ausgebauter Regionalbahnverbindungen hervor. Konkrete Schritte wären die Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Start-ups, der Bau von Studentenwohnheimen, die Dezentralisierung der Gesundheitsversorgung und Beratungsangebote zur Digitalisierung.
Ein ganzheitlicher Plan könnte die langjährigen Probleme der Innenstadt angehen. Ohne ihn droht Solingen ein weiterer Verfall, während kulturelle und soziale Räume verschwinden. Jetzt muss der Fokus auf abgestimmtes Handeln statt auf isolierte Lösungen liegen.
