Solingen streitet über Sicherheit: Videoüberwachung oder bessere Stadtplanung?
Nadeshda SölzerSolingen streitet über Sicherheit: Videoüberwachung oder bessere Stadtplanung?
Die Pläne für zwei zentrale Bereiche in Solingen kommen voran, doch über Sicherheitsmaßnahmen gibt es weiterhin Uneinigkeit. Die Grünen begrüßen die erneute Initiative der CDU zur Neugestaltung des Fronhof-Platzes und zur Aufwertung des Ohligser Unterführungsbereichs. Allerdings hat ein Vorschlag zur Videoüberwachung in der Unterführung eine Debatte über Bürgerrechte und Wirksamkeit ausgelöst.
Die Grünen setzen sich seit Langem für eine Modernisierung des Fronhof-Platzes ein, um ihn zu einem vielseitigen, modernen Ort für den täglichen Gebrauch und Veranstaltungen umzugestalten. Helga Bisier, Grünen-Mitglied im Bezirksrat des Stadtbezirks Mitte, zeigte sich erleichtert, dass das Projekt nun vorankommt. Die Vision umfasst mehr Sitzgelegenheiten, Grünflächen, Wasserspiele und eine erneuerte Pflasterung, um eine einladendere öffentliche Fläche zu schaffen.
Unterdessen hat die CDU-Fraktion im Bezirksrat Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid ihre Haltung zur Platzneugestaltung geändert und unterstützt nun die Vorschläge der Grünen. Doch beim Ohligser Tunnel bleibt die Spannung bestehen. Die CDU möchte dort eine Videoüberwachung prüfen, um die Sicherheit zu erhöhen.
Die Grünen lehnen diesen Ansatz ab. Niklas Geßner, ihr Sprecher für öffentliche Ordnung, betonte, dass die Unterführung kein Kriminalitätsschwerpunkt sei und Überwachung die Bürgerrechte einschränken würde. Stattdessen plädieren die Grünen für bessere Beleuchtung, sauberere Umgebung, soziale Aufsicht und regelmäßige Instandhaltung, um das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken. Zudem heben sie die Bedeutung einer durchdachten Stadtplanung hervor, um ein nachhaltiges Sicherheitsgefühl zu schaffen.
Obwohl beide Parteien den Handlungsbedarf anerkennen, gehen ihre Vorstellungen über die besten Lösungswege deutlich auseinander.
Die Umgestaltung des Fronhof-Platzes wird mit gemeinsamer Unterstützung von Grünen und CDU vorangetrieben. Beim Ohligser Tunnel hingegen bleibt die Diskussion bestehen. Die Grünen werden sich weiterhin für gestalterische Lösungen statt Überwachung einsetzen – eine endgültige Entscheidung über die Sicherheitsmaßnahmen steht noch aus.






