"Schmerzhaftes Thema": Viele Kindergarten-Pädagog*innen beobachten unangemessenes Verhalten von Kolleg*innen gegenüber Kindern - aber greifen nicht ein
"Schmerzhaftes Thema": Viele Kindergarten-Pädagog*innen beobachten unangemessenes Verhalten von Kolleg*innen gegenüber Kindern - aber greifen nicht ein
"Schmerzhaftes Thema": Viele Kita-Fachkräfte beobachten unangemessenes Verhalten von Kollegen gegenüber Kindern – greifen aber nicht ein
GÜTERSLOH. Unangemessenes Verhalten von Mitarbeitenden gegenüber Kindern wird in Kindertageseinrichtungen offenbar weit häufiger beobachtet, als in der Öffentlichkeit bekannt ist.
Eine neue Studie deckt weitverbreitete Sorgen unter Erzieher:innen und frühpädagogischen Fachkräften über die Kindersicherheit in Kitas auf. Mehr als ein Viertel des Personals wird regelmäßig mit Situationen konfrontiert, in denen sie das Gefühl haben, eingreifen zu müssen, um ein Kind vor unangemessenem Verhalten von Kollegen zu schützen. Doch viele zögern – aus Unsicherheit, Angst vor Konflikten oder Befürchtungen, sozial ausgegrenzt zu werden.
Die Ergebnisse zeigen zudem ein eklatantes Fehlen gemeinsamer Standards: Nahezu alle Einrichtungen tun sich schwer damit, klar zu definieren, was als angemessenes Verhalten gegenüber Kindern gilt.
Bei einer Befragung von pädagogischen Fachkräften und Leitungen gab nur ein Anteil von 40,2 Prozent an, selten oder nie Verhaltensweisen zu erleben, die sie als problematisch einstuften. Für die verbleibenden 60 Prozent stellen solche Vorfälle eine erhebliche Belastung dar – 69 Prozent fühlen sich durch Situationen, in denen Kinder scheinbar Schutz benötigen, stark oder zumindest teilweise belastet.
Ein zentrales Problem ist das Fehlen klarer Richtlinien. Nur sechs Prozent der Befragten verneinten, dass es in ihren Teams unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was als akzeptables Verhalten gilt. Diese Unklarheit lässt Mitarbeitende im Ungewissen, wann und wie sie eingreifen sollen – und erhöht das Risiko, dass Fehlverhalten unbeanstandet bleibt.
Die Angst vor negativen Konsequenzen verschärft die Situation zusätzlich. Viele fürchten, dass ein Einschreiten zu Konflikten mit Kollegen oder der Leitung führen könnte. Andere befürchten Ausgrenzung, etwa durch Mobbing oder Isolation, wenn sie sich äußern. Diese Ängste überwiegen oft den Impuls zu handeln – selbst dann, wenn Fachkräfte der Meinung sind, dass ein Kind in Gefahr ist.
Die Studie weist zudem auf systemische Defizite hin. Zwar ist eine ausreichende Personalausstattung entscheidend für eine kindgerechte Betreuung, doch allein garantiert sie noch keine Sicherheit. Ebenso wichtig sind starke Führung, respektvolle Kommunikation und regelmäßiges Feedback – doch in vielen Einrichtungen fehlen diese Schutzmechanismen. Fachverbände der Frühpädagogik haben bereits Forderungen nach Verbesserungen im Kindeswohl erhoben, doch konkrete, einheitliche Initiativen sind aus den Erkenntnissen bisher nicht hervorgegangen.
Als Reaktion hat die GEW Saarland, eine regionale Bildungsgewerkschaft, eigenständig mehr Personal und Fortbildungen gefordert. Auch breitere gewerkschaftliche Aktionen wie Streiks der Verdi haben stattgefunden, doch eine abgestimmte Vorgehensweise der Kita-Verbände blieb aus.
Die Studie unterstreicht den dringenden Bedarf an klareren Standards und besseren Unterstützungssystemen in Kindertageseinrichtungen. Solange es keine gemeinsamen Definitionen für angemessenes Verhalten gibt, werden Mitarbeitende weiterhin verunsichert sein, wenn es darum geht, auf mögliches Fehlverhalten zu reagieren. Um diese Probleme zu lösen, braucht es nicht nur ausreichende Ressourcen, sondern auch stärkere Führungskräfte und eine Kultur, die offene Kommunikation und mutiges Eingreifen fördert. Die Verbände betonen zwar die Priorität des Kindeswohls – doch konkrete Schritte zur Umsetzung von Veränderungen stehen noch aus.
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