19 March 2026, 16:14

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem weißen Kreis-Logo mit einer blauen Umrandung, das eine neue Regel zur Stärkung der geistigen Gesundheit umrandet.

Psychotherapeuten in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste am kommenden Donnerstag gegen geplante Honorarkürzungen vor. In Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld werden Demonstrationen stattfinden, während Fachkräfte vor einer weiteren Verschlechterung der psychotherapeutischen Versorgung warnen. Die Kürzungen, die ab April 2026 in Kraft treten sollen, könnten dazu führen, dass immer mehr Therapeuten Privatpatienten gegenüber gesetzlich Versicherten bevorzugen.

Ab dem 1. April 2026 planen die Krankenkassen, die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu senken. Dies trifft eine Berufsgruppe, die ohnehin schon das geringste Einkommen aller medizinischen Fachrichtungen in Deutschland erzielt. Allein die Übernahme einer Kassenpraxis (Kassensitz) kann bis zu 50.000 Euro kosten – eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Behandler.

Patienten in NRW warten bereits im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin. Durch die Honorarkürzungen könnten sich diese Wartezeiten weiter verlängern, da einige Therapeuten aus wirtschaftlichen Gründen in die Privatbehandlung wechseln. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo ein Mangel an kassenärztlichen Zulassungen – bundesweit werden etwa 7.000 fehlen – und veraltete Planungsvorgaben die Versorgungslücken verstärken.

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Kritiker bemängeln, dass die Kürzungen die Ungleichheit beim Zugang zu Therapieplätzen vertiefen werden. Wenn immer weniger Therapeuten gesetzlich Versicherte behandeln, dürfte es für diese Patientengruppe noch schwieriger werden, zeitnah eine Behandlung zu finden.

Die Proteste unterstreichen die wachsende Sorge um die Nachhaltigkeit der psychotherapeutischen Versorgung in NRW. Sollten die Honorarkürzungen umgesetzt werden, könnte die Zahl der Therapeuten, die gesetzlich Versicherte behandeln, weiter sinken. Längere Wartezeiten und weniger Behandlungsoptionen wären die Folge – vor allem in unterversorgten Regionen, die bereits jetzt mit Engpässen kämpfen.

Quelle