27 June 2026, 12:08

Premiere in Karlsruhe: Wie ein Dorf den Klimawandel und Landflucht auf die Bühne bringt

Die Große Versalzung

Premiere in Karlsruhe: Wie ein Dorf den Klimawandel und Landflucht auf die Bühne bringt

Am Badischen Staatstheater Karlsruhe feierte ein neues Stück von Kaleb Erdmann Premiere. Die Inszenierung, die im fiktiven Dorf Debritz spielt, thematisiert die Kluft zwischen Stadt und Land in Deutschland sowie die Folgen des Klimawandels. Regie führte Brit Bartkowiak, die komische und popkulturelle Elemente in die Aufführung einfließen ließ.

Debritz wird als öde Einöde dargestellt – einst ein blühendes Zentrum des Salzabbaus, nun durch den Klimawandel verwüstet. Das Dorf steht symbolisch für strukturschwache Regionen in ganz Deutschland. Sein literarischer Schöpfer, Erdmann, wurde 1991 in Witten geboren.

Das Stück besticht durch ein kleines, aber lebendiges Ensemble. Besonders hervorzuheben sind Peggy, gespielt von Rebecca Seidel, und Maik, verkörpert von Jannik Süsselbeck, als einzige voll ausgearbeitete Figuren. Barbarossa, eine unterirdisch lebende Gestalt, die Antonia Mohr verkörpert, sorgt für viel Humor. Candy the Candle, in einem pinkfarbenen Kostüm, lockert die Stimmung mit einer satirischen Hymne über die Nöte des Dorfes auf.

Die Handlung gipfelt in einem dramatischen Höhepunkt, als Peggy und Maik die Siedlung zerstören.

Die Bedeutung des Stücks liegt in seiner präzisen Auseinandersetzung mit dem Niedergang ländlicher Regionen und dem ökologischen Kollaps. Mit Humor und eindrucksvollen Bildern lenkt es den Blick auf ernste Themen. Die Premiere unterstreicht einmal mehr das mutige Schaffen von Erdmann und Bartkowiak an einem der großen deutschen Theater.

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