03 April 2026, 14:13

"Pizza-Connection": Wie deutsche Politiker über Parteigrenzen hinweg diskutieren

Eine Gruppe von Menschen an Tischen eines Restaurants in Rom, Italien, mit Flaschen, Gläsern und Texttafeln an den Wänden, einer beleuchteten Eingangstür und Regalen mit Gegenständen im Inneren.

"Pizza-Connection": Wie deutsche Politiker über Parteigrenzen hinweg diskutieren

Die "Pizza-Connection": Ein informeller Politikkreis verbindet deutsche Abgeordnete über Parteigrenzen hinweg

Seit den 1980er-Jahren trifft sich ein lockerer Zusammenschluss deutscher Politiker verschiedener Parteien unter dem Namen "Pizza-Connection" regelmäßig in einer Berliner Pizzeria, um über politische Themen zu diskutieren. In jüngster Zeit sind dort junge Grüne, FDP-Mitglieder und erfahrene CDU/CSU-Veteranen an einem Tisch zu finden.

Die Wurzeln der Gruppe reichen bis zu Bernd Protzner zurück, zu den frühen Teilnehmern zählten unter anderem Armin Laschet und Cem Özdemir. Zwar sind aus den Gesprächen bisher keine großen Koalitionsvereinbarungen hervorgegangen, doch die Treffen bleiben ein seltener Ort des parteiübergreifenden Austauschs.

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Begonnen hat die "Pizza-Connection" vor Jahrzehnten in Bonn, wo Politiker bei gemeinsamem Essen nach Gemeinsamkeiten suchten. Das ursprüngliche Lokal musste vorübergehend schließen, als die Besitzer in Rente gingen, doch nach fünfmonatigen Renovierungsarbeiten öffnete es Mitte Oktober wieder seine Türen. Heute wird es von einem Nachfahren der Gründer geführt – die Tradition lebt weiter.

In der aktuellen Legislaturperiode organisiert die grüne Bundestagsabgeordnete Claudia Müller die Treffen. Die Zusammensetzung hat sich gewandelt: Neben jüngeren Gesichtern wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Konstantin von Notz (Grüne) ist mit Günter Krings auch ein CDU-Urgestein dabei. In früheren Jahren dominierten eher konservative Stimmen, etwa mit Wolfgang Bosbach als Teilnehmer.

Was genau besprochen wird, bleibt unter Verschluss, und auch wenn sich die Speisekarte oft ändert, gehört Nudelgerichte nach wie vor zum Standard. Parteivorsitzende nehmen nur selten teil, außer zu besonderen Anlässen. Ein grüner Politiker, der mehrfach dabei war, bezeichnete die Runden als "leere Schwatzbuden" ohne greifbare Ergebnisse. Dennoch hat sich in dieser Legislaturperiode kein vergleichbares Netzwerk von Rot-Rot-Grün gebildet.

Trotz der bunten Mischung der Mitglieder führte die "Pizza-Connection" nie zu einer schwarz-grünen Koalition auf Bundesebene. Doch ihr Fortbestand zeigt, wie sehr der informelle Versuch, politische Gräben zu überbrücken, in der deutschen Politik verankert ist.

Auch in der Legislaturperiode 2021 bis 2025 tagt die Runde weiter – nun mit jüngeren und vielfältigeren Teilnehmern. Die Wiedereröffnung des Restaurants sichert den Treffen einen festen Ort, während die Vertraulichkeit die Gespräche vor der Öffentlichkeit abschirmt. Ob aus den Diskussionen jemals konkrete politische Ergebnisse entstehen, bleibt jedoch offen.

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