30 March 2026, 10:13

NRWs Wälder im Überlebenskampf: Dürre, Käfer und Klimawandel zerstören Fichtenbestände

Ein gewundener Pfad durch ein schattiges, holzreiches Gebiet mit hohen Bäumen und leuchtenden Pflanzen, mit Text unten.

Erholungsdestination, Traumziel, Geduldig - Was gut für den Wald ist - NRWs Wälder im Überlebenskampf: Dürre, Käfer und Klimawandel zerstören Fichtenbestände

Die Wälder Nordrhein-Westfalens kämpfen ums Überleben

Nach Jahren extremer Wetterbedingungen und Schädlingsbefall stehen die Wälder Nordrhein-Westfalens vor großen Herausforderungen. Ehemalig gesunde Fichtenbestände sind heute abgestorben oder sterbend – ganze Landkreise haben weite Waldflächen verloren. Diese Gebiete, einst beliebte Naherholungsziele, sehen einer ungewissen Zukunft entgegen, während der Klimadruck weiter zunimmt.

Zwischen Januar 2018 und April 2021 verschwand mehr als ein Viertel der Fichtenwälder der Region. Dürre, Borkenkäferplagen und Stürme vernichteten die Bäume in einem bisher unbekannten Ausmaß. In einigen Kreisen gingen innerhalb von nur drei Jahren über zwei Drittel der Fichtenbestände verloren. Besonders betroffen waren Nadelbäume, doch auch Buchen und Bergahorne zeigen mittlerweile schwere Schäden.

Die Niederschläge sind unberechenbar geworden: Lange Trockenphasen wechseln sich mit kurzen, heftigen Regenfällen ab. Diese Schwankungen schwächen die Bäume und machen sie anfälliger für Schädlinge wie den Eichenprozessionsspinner, der sich in wärmeren Klimabedingungen ausbreitet. Zudem hat sich die Rußrindenkrankheit bei Ahornbäumen ausgebreitet – mit Risiken für Wald und Mensch gleichermaßen.

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Experten warnen, dass künftige Baumgenerationen möglicherweise keinhundert Jahre alt werden. Fichten, einst eine langlebige Art, werden heute oft schon nach 40 oder 50 Jahren gefällt. Um sich anzupassen, setzen Waldbesitzer auf widerstandsfähigere Arten wie Lärchen und Eichen. Mischwälder gelten – im Gegensatz zu Monokulturen – als beste Strategie gegen den Klimawandel.

Einige Bedrohungen, wie das Eschentriebsterben, gelangten durch den globalen Handel in die Region. Der pilzliche Erreger verbreitete sich von Asien über Nordosteuropa bis nach Deutschland. Anders als in der Vergangenheit, als Industrieabgase die Wälder schädigten, sind heute vor allem veränderte Wetterlagen und invasive Arten für die Zerstörung verantwortlich.

Die Wälder der Region verändern sich rasant, traditionelle Baumarten kämpfen ums Überleben. Bei der Aufforstung setzt man nun auf robustere Arten, die Dürre und Schädlinge besser überstehen. Ohne weitere Maßnahmen könnten die Landschaften, die Einheimische und Besucher gleichermaßen für ihre Freizeit nutzen, in wenigen Jahrzehnten völlig anders aussehen.

Quelle