19 June 2026, 00:15

NRW führt strenge Öko-Regeln für Freiflächen-Solarparks ein – was sich jetzt ändert

NRW: Leitlinie für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaikanlagen löst Kritik aus

NRW führt strenge Öko-Regeln für Freiflächen-Solarparks ein – was sich jetzt ändert

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen veröffentlicht. Erstmals werden darin verbindliche Kriterien eingeführt, darunter ein Punktesystem von null bis fünf zur Einstufung verschiedener Teilbereiche einer Anlage.

Der Leitfaden bietet eine einheitliche Methode zur Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland. Vollständig versiegelte Flächen, wie etwa Zufahrtswege, erhalten die Bewertung null und müssen vollständig ausgeglichen werden. Teilversiegelte Bereiche, beispielsweise Schotterwege, sowie Flächen direkt unter den Modulen werden in der Regel mit einem Punkt bewertet und gelten damit ökologisch als gleichwertig mit Schotterwegen.

Um naturverträgliche Gestaltungsmöglichkeiten zu fördern, empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern, Modultische mit einer Mindesthöhe von 0,8 Metern an der Unterseite sowie eine fundamentfreie Bauweise. Die Bewertung der Flächen zwischen den Modulreihen hängt vom angestrebten Biotoptyp ab, wobei Abzüge je nach ökologischem Wert vorgenommen werden.

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Nordrhein-Westfalen strebt an, seine Photovoltaik-Kapazität bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt auszubauen – dabei spielen Freiflächenanlagen eine zentrale Rolle. Der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen hat jedoch die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung infrage gestellt und kritisiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig ausfalle.

Der neue Leitfaden setzt klare Standards für die ökologische Einstufung und den Ausgleich bei Freiflächen-Photovoltaikprojekten. Seine Umsetzung wird beeinflussen, wie künftige Anlagen in Nordrhein-Westfalen geplant und bewertet werden. Die Erreichung der Ausbauziele für erneuerbare Energien hängt maßgeblich davon ab, ökologische Auswirkungen und Kapazitätsausbau in Einklang zu bringen.

Quelle