28 June 2026, 22:13

Münster: Mieter fürchten drastische Heizkosten nach Wärmepumpen-Umrüstung

800 Euro mehr pro Jahr: Wärmepumpenvertrag belastet Mietmarkt

Münster: Mieter fürchten drastische Heizkosten nach Wärmepumpen-Umrüstung

Mieter in Münster drohen drastische Heizkostensteigerungen nach geplanter Wärmepumpen-Umrüstung

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Die Bewohner einer Wohnanlage in Münster sehen sich mit massiven Erhöhungen der Heizkosten konfrontiert, nachdem der Wohnungsbauverein LEG den Einbau dezentraler Wärmepumpen plant. Der Vermieter schlägt dabei neue Gebühren vor, die weit über der gesetzlichen Obergrenze des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) liegen. Die Pläne stoßen auf scharfe Kritik von Mietervereinen und werfen grundsätzliche Fragen zu den steigenden Belastungen für Mieter auf.

LEG beabsichtigt, Gas-Etagenheizungen in vielen seiner Mietwohnungen durch individuelle Wärmepumpen zu ersetzen. Im Rahmen eines Contracting-Modells sollen Mieter wie Ines Rodriguez künftig 2.486 Euro jährlich für die Heizung zahlen – 806 Euro mehr als bisher. Die neuen Kosten entsprechen 1,80 Euro pro Quadratmeter und liegen damit deutlich über der GEG-Grenze von 0,50 Euro für Modernisierungsumlagen.

Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen bezeichnet das Vorgehen als „problematisch“. Die hohen Gebühren resultieren aus einer festen monatlichen Grundgebühr von 140 Euro, die im Contracting-Vertrag enthalten ist. Anders als bei klassischen Modernisierungskosten greift hier die 0,50-Euro-Obergrenze des GEG nicht.

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt zwar Contracting als gültiges Modell, betont jedoch die Notwendigkeit transparenter Kostenaufschlüsselungen. Vermieter können zudem eigene Betreibergesellschaften gründen, um Installation und Wartung zu steuern – und so Ausschreibungen umgehen. Nach einem Bericht des NDR setzte LEG die Modernisierungspläne in Münster vorerst aus.

Die geplanten Änderungen würden die Heizkosten für betroffene Mieter deutlich in die Höhe treiben. Das Contracting-Modell von LEG bleibt umstritten, während Verbände faire Preise einfordern. Die vorübergehende Aussetzung in Münster deutet auf eine mögliche Überprüfung der Strategie hin, bevor sie flächendeckend umgesetzt wird.

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