Mönchengladbachs Wohnungsboom trotzt dem NRW-Trend mit Rekordzahlen
Mönchengladbach verzeichnet einen dramatischen Anstieg im Wohnungsbau und setzt damit einen deutlichen Gegenakzent zum landesweiten Trend in Nordrhein-Westfalen. Während das Bundesland 2025 die niedrigsten Fertigstellungszahlen seit 14 Jahren meldete, hat die Stadt ihre eigene Bauleistung im selben Jahr fast verdreifacht. Eine massive Aufstockung der öffentlichen Fördermittel und eine gezielte Initiative treiben diesen Aufschwung voran – trotz steigender Kosten und höherer Zinsen.
Der Wohnungsbau-Schub in Mönchengladbach begann 2023 mit einer Kapitalerhöhung von 43 Millionen Euro für das städtische Wohnungsunternehmen WohnBau. Parallel dazu stieg der Etat für den sozialen Wohnungsbau rasant an: Von nur 5 Prozent des Haushalts 2021 kletterte der Anteil bis 2024 auf 274 Prozent. 2025 bewilligte die Stadt Fördergelder in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 neue Wohneinheiten – fast so viel wie im Rekordjahr zuvor.
Die Bilanz ist beeindruckend: Allein im vergangenen Jahr wurden 758 Wohnungen fertiggestellt – fast dreimal so viele wie 2024. Die Bauquote liegt nun bei 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und damit 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Damit belegt Mönchengladbach unter den kreisfreien Städten den dritten Platz.
Doch die übrige Region kämpft mit Rückschlägen. In ganz Nordrhein-Westfalen gingen die Fertigstellungen 2025 um 9,4 Prozent zurück – auf nur noch 37.185 Wohnungen, der niedrigste Stand seit 2011. Auch die Baugenehmigungen sanken seit 2020 um 27,4 Prozent, während die Baukosten allein im frühen Jahr 2025 um 3,2 Prozent stiegen. Höhere Kreditzinsen, die mittlerweile zwischen drei und vier Prozent liegen, machen Finanzierungen deutlich teurer als noch 2022.
Mönchengladbachs konsequente Investitionsoffensive hebt die Stadt in einem schwierigen Marktumfeld hervor. Mit 758 neuen Wohnungen und einer überdurchschnittlichen Bauquote setzt die Stadt ein klares Zeichen gegen den landesweiten Abwärtstrend. Dennoch belasten steigende Kosten und schwierigere Finanzierungsbedingungen weiterhin die Bauherren in ganz Nordrhein-Westfalen.






