29 April 2026, 04:35

Marathon-Theater erlebt in Deutschland ein triumphales Comeback nach der Pandemie

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" zeigt eine Textseite und ein Logo.

Marathon-Theater erlebt in Deutschland ein triumphales Comeback nach der Pandemie

Deutsche Theater kehren zu Marathon-Aufführungen zurück – und besinnen sich auf die Tradition immersiver Mammutprojekte

Nach der Pandemie, die zu kürzeren, pausenlosen Stücken führte, bringen Regisseure und Spielstätten nun wieder epische Inszenierungen auf die Bühne, die sich über viele Stunden erstrecken.

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Das Phänomen des extrem langen Theaters ist dabei keineswegs neu. Schon 1999 dauerte Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele ganze zwölf Stunden. Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Berliner Theatertreffens, erlebte eine solche Produktion erstmals 2007.

Das diesjährige Berliner Theatertreffen, eines der renommiertesten Festivals Deutschlands, stellt diese Tradition nun in den Mittelpunkt: Die Münchner Kammerspiele zeigen Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen, ein siebenstündiges Epos. Das Schauspielhaus Bochum brachte 2023 Die Brüder Karamasow in ebenfalls sieben Stunden auf die Bühne. Und die Berliner Volksbühne bereitet eine Neuauflage von Peer Gynt vor, dessen erster Teil in früheren Inszenierungen allein acht Stunden dauerte.

Während und kurz nach der Pandemie verzichteten die meisten Theater auf Pausen und verkürzten die Vorstellungen deutlich. Doch nun kehrt sich der Trend um: Das Publikum erlebt wieder ausdauernde, sinnliche Live-Events. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine offiziellen Statistiken zu Spieldauern, doch der Wandel ist auf den großen Bühnen deutlich spürbar.

Die Rückkehr des Marathon-Theaters zeigt ein erneutes Verlangen nach opulenten, alles umfassenden Inszenierungen. Festivals wie das Berliner Theatertreffen lenken weiterhin den Blick auf diese ambitionierten Werke – ein Beweis dafür, dass langformatiges Erzähltheater nach wie vor ein zentraler Bestandteil der deutschen Bühnenkultur bleibt.

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