Kultur vs. Kommerz: Warum ein Opernhaus in Dortmund mehr ist als eine Kostenfrage
Nadeshda SölzerKultur vs. Kommerz: Warum ein Opernhaus in Dortmund mehr ist als eine Kostenfrage
Eine Debatte über den Wert kultureller Einrichtungen ist entbrannt, nachdem der Chefredakteur der Rheinischen Post die Notwendigkeit eines Opernhauses in Dortmund infrage gestellt hat. Der Autor, der sich an frühere Begegnungen erinnert, argumentiert, dass Kultur sich nicht allein auf finanzielle Berechnungen reduzieren lässt.
Er denkt dabei an Moritz, den er noch aus seiner eigenen Zeit als Chefredakteur des Weser-Kuriers in Bremen kennt. Schon damals lag sein Fokus auf Zahlen, Geld und Selbstinszenierung. Ein Vergleich mit dem heutigen Zustand der Zeitung legt nahe, dass die Qualität unter seiner Führung nachgelassen hat.
Nun, bei der Rheinischen Post, stellt sich Moritz gegen die Pläne für das Dortmunder Opernhaus. Als Begründung führt er die hohen Sanierungskosten der Kölner Oper an. Sein Ansatz misst Kunst in Euro statt in Emotionen und setzt auf Trends statt auf kulturelle Tiefe.
Der Autor warnt: Wenn andere Städte dieser Logik folgen, könnten Opernhäuser gänzlich verschwinden. Doch Kultur erfülle einen höheren Zweck, so seine Argumentation: Sie entfache Debatten, schaffe Räume jenseits des Kommerzes und verbinde Gemeinschaften. Die Düsseldorfer Oper etwa beschäftige 570 Menschen und fördere mit Bildungsangeboten, Musikschulen und Bibliotheken die Kinder der Stadt.
Der Autor besteht darauf, dass ein Chefredakteur Kultur verteidigen sollte – und nicht untergraben. Wer Kunst auf finanzielle Kennziffern reduziere, übersehe ihre gesellschaftliche Bedeutung. Der Streit zeigt den Konflikt zwischen ökonomischem Pragmatismus und kultureller Bewahrung.






