Klimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivisten blockieren Kohlekraftwerke und Stahlwerke in koordinierten Aktionen
Steve HeckerKlimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivisten blockieren Kohlekraftwerke und Stahlwerke in koordinierten Aktionen
Klimaschutzaktivisten führen koordinierte Proteste im Ruhrgebiet durch
Am Freitag haben Klimaschutzaktivisten im gesamten Ruhrgebiet eine Reihe abgestimmter Proteste durchgeführt. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich an Blockaden und Demonstrationen gegen die fossile Infrastruktur. Die Aktionen wurden vom antikapitalistischen Bündnis Ende Gelände organisiert; für Samstag sind weitere großangelegte Proteste geplant.
In Mülheim an der Ruhr besetzten Demonstranten die Werksgleise von Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas. Eine weitere Gruppe störte den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, das zur Rüstungsfirma KNDS gehört. Die Bundesregierung plant laut Berichten, Milliarden in das Unternehmen zu investieren – das statt erneuerbarer Energietechnik vor allem Panzerpanzerung produziert.
In Gelsenkirchen blockierten Aktivisten das Kohlekraftwerk Scholven, wo derzeit eine neue Gasanlage entsteht. Einige montierten vor Ort Solarpaneele, um klimafreundliche Alternativen zu bewerben. Unterdessen zog in Hamm eine separate Demonstration zum Hauptbahnhof, mit einem Transparent, auf dem „Energiekonzerne enteignen“ stand. Die Polizei umstellte die Gruppe später in einem Kessel.
Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein von der Polizei verhängtes Demonstrationsverbot für das Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt. Trotzdem kündigten die Organisatoren an, ihre Pläne umzusetzen. Die Proteste sind Auftakt zu einer Großdemonstration am Samstag, zu der tausende weitere Teilnehmer erwartet werden. Unterstützt wird die Veranstaltung von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact – auch Greta Thunberg hat ihre Teilnahme zugesagt.
Am Freitag richteten sich die Aktionen gegen zahlreiche Standorte, von Stahlwerken bis zu Kraftwerken. Mit weiteren Protesten im Blick bleibt der Fokus auf dem Widerstand gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur. Die Behörden reagieren mit Verboten und Polizeieinsätzen, doch die Organisatoren betonen: Die Proteste werden fortgesetzt.






