29 April 2026, 02:23

Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt kommt

Eine blaue Liniengrafik, die Euro-Zonen-Inflationsdaten in den Vereinigten Staaten zeigt, mit erklärendem Text oben.

Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt kommt

Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – aktuelle Prognosen sagen nun eine Rate von 4,6 Prozent voraus. Der plötzliche Anstieg folgt auf Monate relativer Stabilität und fällt mit der Zuspitzung der Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran zusammen. Ökonomen warnen, dass höhere Preise mit einer schwachen Wirtschaftsentwicklung einhergehen könnten, was die politische Entscheidungsfindung erschwert.

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Die Teuerungsrate in Deutschland hatte ihren Höhepunkt 2022 mit über 10 Prozent erreicht, der Jahresdurchschnitt lag damals bei 6,9 Prozent. Seither waren die Werte gesunken, wobei die Prognose für 2026 im März 2024 zunächst bei 2,7 Prozent gelegen hatte. Doch die jüngste Einschätzung des IW-Instituts korrigiert den Durchschnitt für 2026 nun auf 3,5 Prozent – als Gründe werden anhaltende Folgen der Energiekrise von 2022 sowie neue geopolitische Belastungen genannt.

Der Konflikt im Persischen Golf gilt mittlerweile als Haupttreiber für den erwarteten Inflationsschub. Als Reaktion darauf wird die Bundesregierung am 1. Mai eine vorübergehende Spritpreissenkung einführen: Die Steuern auf Diesel und Benzin werden für zwei Monate um etwa 17 Cent pro Liter gesenkt. Zudem dürfen Arbeitgeber ihren Beschäftigten einen steuerfreien Inflationsausgleichsbonus von bis zu 1.000 Euro gewähren, um die steigenden Kosten abzufedern.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte zuvor vorgeschlagen, das Pendlerpauschale für alle Autofahrer auszuweiten, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Das IW-Institut weist unterdessen darauf hin, dass die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen müsste, sollte die Inflation anhalten. Die Kombination aus hohen Preisen und schwachem Wachstum stellt die Politik vor ein Dilemma: Aggressive Zinserhöhungen könnten die Wirtschaft zusätzlich belasten.

Die Inflationsprognose für das späte Jahr 2024 liegt nun bei 4,6 Prozent – ein deutlicher Sprung gegenüber früheren Schätzungen. Kurzfristige Maßnahmen wie die Spritpreissenkung und die Inflationsausgleichsboni sollen Haushalte und Unternehmen entlasten. Die EZB sieht sich angesichts der Lage mit begrenzten Handlungsmöglichkeiten konfrontiert, muss sie doch Inflationsbekämpfung und wirtschaftliche Stabilität in Einklang bringen.

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