GLS Bank hält an Vorstand fest – trotz Streit um geschlossene Konten linksextremer Gruppen
Steve HeckerGLS Bank hält an Vorstand fest – trotz Streit um geschlossene Konten linksextremer Gruppen
GLS Bank bestätigt Vorstand nach umstrittenen Kontoschließungen
Die GLS Bank hat auf ihrer Generalversammlung ihren Vorstand im Amt bestätigt. Die Abstimmung erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an der Schließung von Konten, die mit linksextremen Gruppen in Verbindung stehen. Parallel dazu fand ein Nachhaltigkeitsfestival mit prominenten Rednern und Ausstellern statt.
Bei der Versammlung stimmten 676 von 720 Mitgliedern für die Beibehaltung des aktuellen dreiköpfigen Führungsteams. Aysel Osmanoğlu, bisher Sprecherin der Bank, gehört der Geschäftsführung nicht mehr an. Auch der Aufsichtsrat, dem die scheidende Vorsitzende Irene Reifenhäuser-Karnath angehört, erhielt starke Unterstützung von den Mitgliedern.
Die Versammlung stand im Schatten von Protesten, nachdem die GLS Bank Konten von Organisationen wie der Roten Hilfe gekündigt hatte. Dies löste einen offenen Brief der Initiative „Stop Debanking“ aus, unterstützt von Gruppen wie Robin Wood, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und Landesverbänden der Linken. Die Initiative verwies darauf, dass Banken nach deutschem und EU-Recht verdächtige Transaktionen melden müssen.
Die GLS Bank wies politische Motive zurück und begründete die Schließungen mit rechtlichen und regulatorischen Pflichten. Gleichzeitig führte sie Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie auffällige Buchungen vermeiden können. Kritiker wie der Bundesgeschäftsführer der DKP, Klaus Leger, warfen der Bank hingegen „vorauseilenden Gehorsam“ vor, um ihr US-Geschäft zu schützen. Als Konsequenz kündigte die DKP an, die Zusammenarbeit mit der GLS Bank zu beenden und stattdessen auf öffentliche Sparkassen auszuweichen.
Unterdessen verfügte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Roten Hilfe vorläufig weiterführen muss. Trotz der Kontroverse betonte die GLS Bank, dass die Konten der Roten Hilfe vorerst offen bleiben.
Die Generalversammlung fiel zusammen mit einem Nachhaltigkeitsfestival, an dem rund 170 Aussteller teilnahmen und bei dem der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck eine Rede hielt.
Fazit: Bestätigung des Vorstands, aber ungelöste Konflikte Die Abstimmung festigt zwar die Führung der GLS Bank, doch die Spannungen um die Kontoschließungen bleiben bestehen. Während die Rote Hilfe ihre Konten vorerst behält, hat die DKP die Zusammenarbeit mit der Bank beendet. Die Debatte über Bankenregulierung und politischen Einfluss dauert an – geprägt von rechtlichem und öffentlichem Druck.






