Geraubtes Schmidt-Rottluff-Gemälde kehrt nach 80 Jahren zu jüdischen Erben zurück

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Ein Museumsplakette mit Text und Skulpturen darauf.Admin User

Beutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - Geraubtes Schmidt-Rottluff-Gemälde kehrt nach 80 Jahren zu jüdischen Erben zurück

Ein Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff ist nach Jahrzehnten in einem deutschen Museum an die Erben einer jüdischen Familie zurückgegeben worden. Das Werk Zwei Frauen (Frauen in Grün) war während der NS-Herrschaft beschlagnahmt worden, bevor es schließlich im Wuppertaler Von der Heydt-Museum landete. Die Einrichtung hat das Gemälde nun nach einer Einigung mit den Nachfahren des ursprünglichen Besitzers Alfred Hess zurückerworben.

Die Geschichte des Gemäldes begann 1933, als der jüdische Industrielle Alfred Hess es nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Schweiz brachte. Vier Jahre später schickte seine Witwe Thekla Hess das Werk unter Druck der Gestapo zurück nach Deutschland. Bis 1947 gelangte es über den NS-Kunsthändler Walter Herbst und später den Kölner Händler Aloys Faust in den Bestand des damaligen Städtischen Museums Wuppertal – des heutigen Von der Heydt-Museums.

Das Museum einigte sich mit den Hess-Erben auf einen Rückkauf des Gemäldes. Die Finanzierung erfolgte aus verschiedenen Quellen, darunter die Freiherr-von-der-Heydt-Stiftung und die Kulturstiftung der Länder. Christine Regus, Generalsekretärin der letzteren, betonte die Notwendigkeit, sich mit den Geschichten von in der NS-Zeit geraubter Kunst auseinanderzusetzen. Für die Familie Hess ist dies nicht die erste Restitution: 2006 wurde ihnen Ernst Ludwig Kirchners Berliner Straßenbild zurückgegeben und später für 30 Millionen Euro versteigert. Der aktuelle Fall markiert die zweite bedeutende Rückgabe an die Erben in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr allein.

Das zurückgekaufte Gemälde bleibt Teil der Sammlung des Von der Heydt-Museums. Die Einigung stellt sicher, dass das Werk der Öffentlichkeit zugänglich bleibt, während seine belastete Vergangenheit anerkannt wird. Für die Hess-Erben bedeutet die Vereinbarung die Beilegung eines langjährigen Anspruchs, der mit der NS-Verfolgung verbunden ist.

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