19 June 2026, 06:08

Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring – eine provokante Künstlerin zwischen DDR-Vergangenheit und Feminismus

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring – eine provokante Künstlerin zwischen DDR-Vergangenheit und Feminismus

Die Künstlerin Gabriele Stötzer wird im Oktober mit dem renommierten Goslarer Kaiserring ausgezeichnet. Die 73-Jährige ist derzeit zudem Gegenstand einer großen Einzelausstellung im Gropius Bau in Berlin. Die Schau präsentiert rund 150 ihrer Werke – von Videos und Fotografien über Modestücke bis hin zu überlebensgroßen Wollfiguren von Frauen.

Stötzer wuchs in der DDR auf, wo sie als Fotografin, Weberin und feministische Aktivistin wirkte. 1989 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und besetzte die Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Jahre zuvor hatte sie nach der Unterzeichnung einer Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns ein Jahr im Gefängnis verbracht – dort näht sie Strumpfhosen.

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Ihre unter dem Titel „Gabriele Stötzer: Dabeisein und nicht schweigen“ gezeigte Ausstellung umfasst auch Wollfiguren, die an die Frauen der Ukraine erinnern. Lange wehrte sich die Künstlerin dagegen, allein als „Ostdeutsche Künstlerin“ etikettiert zu werden. Anfangs gab sie offen zu, keine Ahnung gehabt zu haben, was der Goslarer Kaiserring überhaupt sei, und tat sich schwer damit, die Ehrung mit ihrer eigenen Identität in Einklang zu bringen.

Mit dem Preis reiht sie sich in die Liste früherer Preisträger wie Henry Moore und Gerhard Richter ein. Ihr Werk bleibt provokant und inspirierend – eine Verbindung von Kunst und Aktivismus. Die Berliner Ausstellung läuft parallel zu der bevorstehenden Auszeichnung in Goslar.

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