17 June 2026, 19:37

Europas Industrie warnt vor Kostenexplosion durch EU-Emissionshandel

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Emissionshandels

Europas Industrie warnt vor Kostenexplosion durch EU-Emissionshandel

Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben in einem Brief an die EU-Spitze vor steigenden Kosten durch das Emissionshandelssystem (EU-ETS) gewarnt. Zu den Unterzeichnern gehören Konzerne wie ArcelorMittal, BP und BASF, die argumentieren, dass die aktuellen Regelungen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie untergraben. Sie fordern dringende Änderungen im Rahmen der anstehenden Reform des Systems.

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Das EU-Emissionshandelssystem verpflichtet Industrieanlagen, Zertifikate für den Ausstoß von Treibhausgasen zu erwerben. Bisher wurden viele dieser Zertifikate kostenlos zugeteilt, doch das Klimapaket „Fit für 55“ hat diese Praxis weitgehend abgeschafft, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. In der Folge müssen Unternehmen nun den Großteil der Zertifikate auf dem Markt kaufen – was die Kosten in die Höhe treibt, wenn die Emissionsreduktionen hinter der schrumpfenden Menge an verfügbaren Zertifikaten zurückbleiben.

In dem Schreiben heißt es, das System entspreche nicht mehr den globalen Realitäten, da Europa die CO₂-Kosten erhöhe, während andere Regionen untätig blieben. Zudem sei die Infrastruktur für Strom, Wasserstoff sowie den Transport und die Speicherung von CO₂ unzureichend, um die industrielle Transformation zu stemmen. Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein, der Zölle auf kohlenstoffintensive Importe erhebt, Länder mit eigenem Emissionshandel jedoch ausnimmt.

Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen größtenteils in Klimaschutzmaßnahmen zurück, etwa in den Ausbau von Wasserstoffnetzen für die Industrie.

Die Unternehmen fordern nun schnelles Handeln, um weitere Schäden für den europäischen Industriestandort zu verhindern. Die Reform müsse die steigenden Kosten und die Infrastrukturlücken angehen, betont der Brief. Gleichzeitig wird eine ausgewogene Klimapolitik gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit und Umweltschutz in Einklang bringt.

Quelle