Europas Flugbranche setzt 2024 stärker auf nachhaltige Kraftstoffe als geplant
Steve HeckerEuropas Flugbranche setzt 2024 stärker auf nachhaltige Kraftstoffe als geplant
Europas Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe steigt 2024 stark an
Der Anteil nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF, Sustainable Aviation Fuel) in Europa ist 2024 deutlich auf 2 Prozent gestiegen – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu nur 0,6 Prozent im Vorjahr. Dieser Anstieg erfolgt noch vor dem Inkrafttreten strengerer EU-Vorgaben im Jahr 2025, die vorsehen, dass alle regionalen Flughäfen mindestens 2 Prozent SAF in ihren Kerosinmischungen verwenden müssen.
Die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation schreibt vor, dass ab 2025 mindestens 2 Prozent des Flugtreibstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen müssen, bis 2030 soll dieser Anteil auf 6 Prozent steigen. Bisher hat kein europäischer Flughafen diese Regelung vorzeitig eingeführt, da sie offiziell erst im nächsten Jahr greift. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), geht davon aus, dass das Ziel für 2025 erreicht oder sogar übertroffen wird. Die aktuelle Vorgabe bezeichnete er als stabil und unwahrscheinlich für Änderungen.
Ein weiterer EU-Vertreter bestätigte, dass Europa auf gutem Weg sei, das 2-Prozent-Ziel für 2025 zu übertreffen. Gleichzeitig räumte die Europäische Kommission ein, dass es Herausforderungen gibt, synthetische SAF (eSAF) bezahlbarer und in größeren Mengen verfügbar zu machen. Ab 2030 muss eSAF mindestens 1,2 Prozent des gesamten Kraftstoffmixes ausmachen, bis 2035 soll dieser Anteil auf 5 Prozent steigen.
Die Airline-Vereinigung Airlines for Europe (A4E) kritisierte die eSAF-Vorgaben und warnte, dass begrenzte Verfügbarkeit und hohe Produktionskosten Probleme verursachen könnten. Trotz dieser Bedenken schloss die Kommission eine Lockerung der Vorgaben aus und besteht auf die Einhaltung des aktuellen Zeitplans.
In den kommenden Jahren werden die EU-Anforderungen an SAF weiter verschärft, insbesondere die Quoten für eSAF steigen deutlich. Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden müssen nun Lösungen für die Kosten- und Versorgungsfragen finden, um die Ziele zu erreichen. Die Kommission bleibt bei ihren Fristen unnachgiebig und überlässt es der Branche, sich an die neuen Standards anzupassen.






