29 June 2026, 12:18

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler skeptisch bleiben

Umfrage des Einzelhandelsforschungsinstituts IFH
				Trieb die 'Recht auf Reparatur' die Preise in die Höhe?

EU-Recht auf Reparatur: Warum Verbraucher und Händler skeptisch bleiben

Neue EU-Richtlinie zum „Recht auf Reparatur“ seit Juli 2024 in Kraft

Seit Juli 2024 gilt eine neue EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur, die es Verbrauchern erleichtern soll, defekte Elektro- und Haushaltsgeräte instand setzen zu lassen. Die Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – müssen die Vorgaben bis Juli 2026 in nationales Recht umsetzen.

Ziel der Verordnung ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern, indem Reparaturen zugänglicher werden. Doch das Bewusstsein für die Neuregelung ist noch gering: Nur 44 Prozent der Verbraucher kennen die Richtlinie überhaupt. Viele Kunden scheuen bereits jetzt die Kosten – 70 Prozent empfinden Reparaturen im Vergleich zum Neukauf als zu teuer.

Für jeden vierten Verbraucher ist der Preis das entscheidende Kriterium, ob ein Gerät repariert wird. Im Schnitt sind sie bereit, bis zu 22 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises für eine Reparatur auszugeben. Händler und Hersteller rechnen jedoch mit steigenden Ausgaben durch die neuen Regeln.

So erwarten 62 Prozent der Händler, dass die Preise für Neugeräte steigen werden, um die Reparaturkosten auszugleichen. Gleichzeitig gehen 68 Prozent davon aus, dass auch die Reparatur selbst teurer wird – bedingt durch höhere Preise für Ersatzteile und Arbeitskräfte. Die Hersteller teilen diese Einschätzung: 63 Prozent prognostizieren, dass Kunden künftig mehr für Reparaturen zahlen müssen.

Ein weiteres Problem ist die Kapazität: Drei Viertel der Händler geben an, nicht genug qualifiziertes Personal zu haben, um eine größere Anzahl an Reparaturen bewältigen zu können.

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Die Richtlinie zum Recht auf Reparatur ist zwar in Kraft getreten, doch ihr Erfolg hängt von der Umsetzung und der Akzeptanz der Verbraucher ab. Während Unternehmen vor höheren Kosten warnen, sind viele Kunden entweder nicht informiert oder nicht bereit, für Reparaturen zu zahlen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Politik ihr Ziel erreicht – weniger Müll und eine längere Nutzung von Produkten.

Quelle