25 June 2026, 12:08

Energieeffizienzgesetz reformiert: Weniger Bürokratie, mehr Spielraum für Rechenzentren

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Energieeffizienzgesetz reformiert: Weniger Bürokratie, mehr Spielraum für Rechenzentren

Der Bundeskabinett hat Änderungen am Energieeffizienzgesetz beschlossen, das Ende 2023 eingeführt worden war. Die Reformen sollen Bürokratie abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken, wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mitteilte. Zudem werden die Anforderungen für Unternehmen und Betreiber von Rechenzentren angepasst.

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Das ursprüngliche Gesetz zielte darauf ab, den Energieverbrauch und -verschwendung zu reduzieren – insbesondere in Rechenzentren. Nach den neuen Regelungen müssen diese keine Abwärme mehr nutzen, sofern kein lokales Fernwärmenetz vorhanden ist. Zudem gelten weniger strenge Effizienzziele, und die Frist zu deren Erfüllung verlängert sich von zwei auf vier Jahre.

Die Frist für Rechenzentren, ihren Strombedarf vollständig durch erneuerbare Energien auszugleichen, wurde auf 2030 verschoben. Unternehmen müssen nun mindestens 23,6 Gigawattstunden pro Jahr verbrauchen, um zur Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen verpflichtet zu sein. Das Pharmaunternehmen Medice Health Family lag 2024 mit 23,5 Gigawattstunden knapp unter dieser neuen Grenze.

Kritik an den Änderungen kommt von Umweltschützern. Linda Klapdor von Greenpeace warf der Regierung vor, damit Schlupflöcher für Tech-Konzerne zu schaffen und die Emissionen steigen zu lassen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch bezeichnete die Reformen als „Kapitulation vor den Tech-Giganten“ und warnte vor ökologischen und wirtschaftlichen Folgen.

Quelle