Dresdner CSD 2024: Warum ein Video für Verwirrung über Besucherzahlen sorgt
Nadeshda SölzerDresdner CSD 2024: Warum ein Video für Verwirrung über Besucherzahlen sorgt
Ein online geteiltes Video hat eine Diskussion über die Besucherzahlen beim Dresdner Christopher Street Day (CSD) ausgelöst. Die Aufnahmen zeigen einen kleinen Paradewagen mit wenigen Teilnehmenden, der am Abend des 5. Juni auf den Altmarkt einbiegt. Einige Nutzer in sozialen Medien behaupteten, es handele sich dabei um die Hauptveranstaltung – doch das trifft nicht zu.
Das Video zeigt tatsächlich eine kleinere Kundgebung am 5. Juni, nicht den Hauptumzug des CSD am 6. Juni. Die kürzeren Märsche am 4. und 5. Juni waren erst kurzfristig angemeldet worden, nachdem es einen Rechtsstreit mit der sächsischen Landesdirektion gegeben hatte. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte zuvor entschieden, dass der gesamte Dresdner CSD als Versammlung einzustufen sei.
Der Hauptumzug am 6. Juni umfasste deutlich mehr Wagen und Teilnehmende auf dem Altmarkt. Weder die Stadt Dresden noch Medien berichteten von 250.000 Besuchenden bei der diesjährigen Veranstaltung. Die Stadt bestätigte zudem, dass keine offizielle Teilnehmerzahl vorliege.
Seit 1994 haben insgesamt etwa 260.000 Menschen an den CSD-Demonstrationen in Dresden teilgenommen. Das begleitende politische Straßenfest zog seit 2004 rund 310.000 Besuchende an.
Das fragliche Video spiegelt nicht das Ausmaß der Hauptveranstaltung wider. Offizielle Stellen haben keine hohen Besucherzahlen für 2024 bestätigt. Historische Daten zeigen über die Jahre eine stetige Beteiligung an den Umzügen und dem Festival.






