02 April 2026, 14:10

Digitale sexualisierte Gewalt: Warum Schulen und Eltern jetzt handeln müssen

Eine Karte von Australien, die Bundesstaaten mit unterschiedlichen Prozentanteilen an unteralterigen Teenagern in Rot hervorhebt, begleitet von Texten über einvernehmlichen Sex und die Registrierung von Sexualstraftätern.

Digitale sexualisierte Gewalt: Warum Schulen und Eltern jetzt handeln müssen

Digitale sexualisierte Gewalt wird in Deutschland zunehmend als Problem wahrgenommen. Aktuelle Vorwürfe des Schauspielers Christian Ulmen durch Collien Fernandes haben die Debatte neu entfacht. Studien zeigen, dass fast die Hälfte der Jugendlichen bereits sexualisierte Gewalt im Netz erlebt hat – doch bundesweite Präventionsmaßnahmen in Schulen fehlen weiterhin.

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Zwischen 2020 und 2023 führte Thüringen ein einzigartiges Pilotprojekt zur Bekämpfung digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen durch. Finanziert vom Landesjugendamt leitete die Pädagogin Yasmina Ramdani Workshops für rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klassen. Eine Methode war ein Bingo-Spiel, das den Jugendlichen half, über eigene Erfahrungen zu sprechen und Begriffe wie Cybergrooming kennenzulernen.

Bei Cybergrooming bauen Täter gezielt online Kontakt zu Minderjährigen auf, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen – fast ein Viertel der Jugendlichen war 2025 davon betroffen. Viele Übergriffe passieren aber auch im eigenen Umfeld, oft aus Naivität oder Gruppendruck. Zwar erkennen Lehrkräfte die Dringlichkeit des Themas, fühlen sich aber häufig überfordert.

Fachleute betonen, dass Prävention langfristig günstiger ist als die Folgen digitaler Gewalt zu bekämpfen. Auch Eltern werden aufgefordert, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und offen mit Kindern über Grenzen zu sprechen. Doch bis April 2026 gibt es keine bundesweiten Daten, wie viele Schulen ähnliche Workshops anbieten. Einige Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen haben eigene Initiativen, eine zentrale Erfassung fehlt jedoch.

Das Thüringer Pilotprojekt endete 2023 – eine bundesweite Strategie zur Prävention gibt es nicht. In manchen Regionen führen Schulen weiterhin Workshops durch, doch ohne abgestimmte Maßnahmen bleiben Lücken. Das Fehlen umfassender Daten macht das Ausmaß des Problems – und der Gegenmaßnahmen – unklar.

Quelle