Deutsches Messingmuseum in Krefeld kämpft um seine Zukunft
Deutsches Messingmuseum in Krefeld-Fichtenhain kürzt Angebot wegen finanzieller Engpässe
Das Deutsche Messingmuseum in Krefeld-Fichtenhain, die einzige Einrichtung ihrer Art in Deutschland mit Schwerpunkt auf Messing und angewandter Kunst, muss aufgrund finanzieller Belastungen sein Angebot einschränken. Künftig gibt es kürzere Öffnungszeiten, Personalanpassungen und weniger Führungen für Besucher.
Ab sofort hat das Museum nur noch von Montag bis Mittwoch geöffnet. Führungen, die bisher an mehreren Tagen möglich waren, finden nun ausschließlich mittwochnachmittags statt – sofern sie nicht im Voraus gebucht werden. Gruppentermine können weiterhin für diesen Zeitraum vereinbart werden.
Um das Budget auszugleichen, wurde bereits Personal abgebaut: Eine Vollzeitstelle für Restaurierung entfiel, und eine feste Forschungsposition wurde auf Teilzeit reduziert. Die Kürzungen sind das Ergebnis jahrelanger finanzieller Spannungen – das Museum verzeichnet ein jährliches Defizit von 60.000 bis 80.000 Euro.
Bisher erhielt die Einrichtung keine finanzielle Unterstützung von der Stadt Krefeld. Um die Verluste auszugleichen, setzt sie nun auf Einnahmen aus Leihausstellungen, Fachvorträgen und Buchverkäufen. Besonders im Fokus stehen die Führungen, die derzeit ein Minus von 8.000 Euro pro Jahr verursachen. Mit den neuen Maßnahmen hofft das Museum, seine Finanzen zu stabilisieren.
Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Ansätze: Ein pädagogisches Programm namens "Junge Forscher entdecken" wird derzeit für Schülerbesuche entwickelt. Das Projekt soll jüngere Zielgruppen für die einzigartige Sammlung des Museums begeistern.
Als einziges Messingmuseum Deutschlands bleibt die Institution trotz reduzierter Öffnungszeiten und Personalbestand auf alternative Einnahmequellen und Sparmaßnahmen angewiesen. Der Erfolg der neuen Bildungsangebote könnte dabei eine Schlüsselrolle für die langfristige Sicherung spielen.






