Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an mangelnder Fahrgastbetreuung
Nadeshda SölzerDeutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an mangelnder Fahrgastbetreuung
Deutsche Bahn plant Schließung von Reisezentren in Wuppertal und Solingen
Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen von Wuppertal und Solingen zu schließen. Der Schritt folgt auf den Verlust eines wichtigen Vertrags an den Konkurrenten Transdev. Lokale Politiker kritisieren die Entscheidung scharf und warnen, dass besonders schutzbedürftige Fahrgäste darunter leiden werden.
Hintergrund der Schließungen ist die Umstellung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) auf Transdev für den Verkauf von Nahverkehrstickets. Dadurch entfiel eine zentrale Einnahmequelle für die Reisezentren der Deutschen Bahn in der Region. Ohne diese Einnahmen begründet das Unternehmen die Schließungen mit mangelnder Wirtschaftlichkeit.
Die SPD-Politiker Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas haben sich gegen die Pläne ausgesprochen. Sie betonen, dass viele Reisende – insbesondere ältere Menschen – auf persönliche Beratung bei Buchungen, Rückerstattungen oder komplexen Reisen angewiesen seien. Engin unterstrich, dass die Reisezentren vor allem bei kurzfristigen Änderungen oder unerwarteten Störungen unverzichtbar seien.
Neumann warnte, dass Fahrgäste ohne lokale Anlaufstellen künftig nach Düsseldorf fahren müssten, um grundlegende Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Bialas ergänzte, dass digitale Alternativen oft an den Bedürfnissen technisch weniger versierter Nutzer vorbeigingen. Noch ist unklar, wie die Deutsche Bahn die Betroffenen in Wuppertal und Solingen nach den Schließungen unterstützen will.
Auch in Bad Oeynhausen steht die Schließung eines Reisezentrums bis Ende des Jahres an – ebenfalls aus finanziellen Gründen. Das Reisezentrum in Dresden-Neustadt bleibt zwar geöffnet, wird aber 2026 wegen Bauarbeiten vorübergehend verlegt. Die Pressestelle der Deutschen Bahn in Düsseldorf lehnte eine Stellungnahme zu den Schließungen ab.
Die Stilllegungen drohen, wichtige Kundengruppen ohne einfachen Zugang zu Ticketverkauf und Service zurückzulassen. Da es keine klaren Ersatzangebote gibt, bleibt ungewiss, wie Reisende künftig mit Störungen oder dringenden Änderungen umgehen sollen. Die Maßnahme könnte das ohnehin angespannte Verhältnis der Deutschen Bahn zu ihren Fahrgästen in der Region weiter belasten.






