26 March 2026, 06:14

Chefket-Konzert in Berlin nach Antisemitismus-Vorwürfen gestrichen

Ein detailliertes Plakat mit einer Karte von Israel und Palästina, das Städte, Flüsse und geografische Merkmale zeigt und mit Text und Linien den Umfang des Konflikts zwischen den beiden Ländern angibt.

Antisemiten gegen Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefket-Konzert in Berlin nach Antisemitismus-Vorwürfen gestrichen

Ein geplantes Konzert des deutschen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) wurde nach Vorwürfen des Antisemitismus abgesagt. Die Veranstaltung war Teil der Reihe Die Möglichkeit der Irrationalität, die vom Satiriker Jan Böhmermann kuratiert wurde. Auslöser der Kontroverse waren Instagram-Bilder Chefkets, auf denen eine Karte der israelisch-palästinensischen Region ohne Israel zu sehen war.

Der Streit entbrannte, nachdem der Rapper auf Instagram eine Landkarte geteilt hatte, auf der Israel nicht verzeichnet war. Kritiker, darunter die Zeitung Bild, bezeichneten ihn als "für extrem antiisraelische Motive bekannt", während der Kolumnist Claudius Seidl von der Süddeutschen Zeitung Chefket vorwarf, Israels Existenzrecht abzuleugnen. Kulturminister Wolfram Weimer nannte den geplanten Auftritt eine Provokation und betonte, Antisemitismus dürfe nicht toleriert werden.

Als Reaktion zog Böhmermann die Einladung zurück und verwies auf die massive Kritik. Auch andere Künstler, die im Rahmen der HKW-Reihe auftreten sollten, sagten ihre Teilnahme ab – aus Unbehagen über den Umgang des Hauses mit dem Gaza-Konflikt. Trotz der Vorwürfe lassen sich in Chefkets Musik und früheren öffentlichen Äußerungen jedoch keine expliziten Belege für antisemitische oder extrem antiisraelische Haltungen finden.

Die Auseinandersetzung überlagerte das eigentliche Thema der Veranstaltung – die Erforschung von Irrationalität in hitzigen Debatten. Ironischerweise blieb eine Reflexion über diese Ironie im Laufe des Streits aus.

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Das Konzert Chefkets wurde nach den Antisemitismus-Vorwürfen im Zusammenhang mit seinen Social-Media-Posts abgesagt. Die Entscheidung führte zu weiteren Absagen in der HKW-Reihe und unterstrich die Spannungen um politische Äußerungen in kulturellen Räumen. Die Debatte verlagerte sich dabei weg vom ursprünglichen Fokus der Veranstaltung: der Irrationalität in öffentlichen Diskursen.

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