Bürgerprotest gegen Güterverkehrsausbau: Warum Wegberg um seine Lebensqualität fürchtet

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Ein Zug auf Schienen mit Autos, Strommasten, Bäumen und einem Himmel im Hintergrund.Admin User

Bürgerprotest gegen Güterverkehrsausbau: Warum Wegberg um seine Lebensqualität fürchtet

Bürgerinitiative in Wegberg wehrt sich gegen Ausbau des Schienengüterverkehrs

Die Bürgerinitiative „Eiserner Rhein 2.0 – Wegberg lebenswert erhalten“ kämpft gegen Pläne zum Ausbau des Schwerlastverkehrs auf der Schiene durch die Region. Die Gruppe warnt vor Lärmbelastung, Umweltschäden und einer fragwürdigen Verwendung öffentlicher Gelder. Trotz lokalen Widerstands hat die Bezirksregierung Köln jedoch bereits Güterverkehrsdienste zum Industriepark Javelin in Elmpt genehmigt.

Die Initiative hat sich in einem Schreiben an Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla sowie Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) gewandt und fordert Antworten. Unverständnis herrscht darüber, warum zwei nicht priorisierte Strecken – die Verbindungen Mönchengladbach–Wegberg–Roermond und Elmpt–Arsbeck – ausgebaut werden, obwohl sie im Bundesverkehrswegeplan 2030 gar nicht vorgesehen sind.

Kritisch sieht die Gruppe auch die ökologischen Risiken. Die Niederlande haben bereits eine Wiederbelebung der historischen Strecke des Eisernen Rheins durch den Nationalpark De Meinweg abgelehnt – ein Argument, das die Notwendigkeit der deutschen Ausbaupläne infrage stellt. Anwohner fürchten, dass der deutlich erhöhte Zugverkehr mit über 70 Personenzügen täglich plus Gütertransporten den Naturpark Maas-Schwalm-Nette belasten und das Leben vor Ort massiv beeinträchtigen wird. Frühere Einwände der Stadt Wegberg und betroffener Bürger waren von der Bezirksregierung Köln jedoch zurückgewiesen worden. Nun verlangt die Initiative Aufklärung, wie das Projekt mit den strengen Förderrichtlinien für Infrastrukturvorhaben vereinbar sein soll.

Die Kampagne „Eiserner Rhein 2.0“ bleibt weiter gegen den Streckenausbau aktiv und argumentiert, dass diesem die sachliche Begründung fehle und er das Wohl der Region gefährde. Angesichts der niederländischen Absage an die Reaktivierung des Eisernen Rheins stellen sich zudem Fragen nach der Sinnhaftigkeit und Finanzierung der deutschen Pläne. Die Initiative wartet nun auf Stellungnahmen der Deutschen Bahn und der Bundesregierung.

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