Bundeswehr beansprucht drei ehemalige Militärstandorte in Wegberg zurück
Steve HeckerBundeswehr beansprucht drei ehemalige Militärstandorte in Wegberg zurück
Das deutsche Verteidigungsministerium hat drei ehemalige Militärstandorte in Wegberg für die künftige Nutzung durch die Bundeswehr ausgewählt. Dazu gehören der alte Komplex in Wegberg, die Niederrhein-Kaserne sowie das ehemalige NATO-Gemeinsame Hauptquartier (JHQ). Die Entscheidung folgt laufenden Gesprächen mit den lokalen Behörden und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).
Das Ministerium hat die BImA aufgefordert, geplante Umwidmungs- und Veräußerungsvorhaben für die Liegenschaften vorerst auszusetzen. Betroffen sind unter anderem bestehende Projekte wie ein neues Busdepot und nachhaltige Gewerbeflächen auf dem Gelände der Niederrhein-Kaserne. Auch der ehemalige JHQ-Standort, wo die Stadt mit Landesförderung ein nachhaltiges Industriegebiet plante, ist von der Entscheidung betroffen.
Bürgermeister Felix Heinrichs zeigte sich von der Ankündigung nicht überrascht. Seit Wochen laufen Gespräche mit der BImA und dem Verteidigungsministerium. Er anerkennt zwar die Sicherheitsbedürfnisse des Bundes, bleibt jedoch entschlossen, die lokalen Interessen zu wahren.
Behördenvertreter halten einen Kompromiss beim ehemaligen JHQ für möglich, wo eine Aufteilung des Geländes für militärische und kommunale Zwecke denkbar wäre. Die Bundesregierung hat zugesagt, Lösungen zu prüfen, die die Verteidigungsanforderungen mit den lokalen Plänen in Einklang bringen. Sollte eine detaillierte Prüfung Alternativen aufzeigen oder die militärischen Erfordernisse an anderer Stelle erfüllt werden können, könnten auch andere Wege beschritten werden.
Trotz der Unsicherheit hofft Heinrichs auf eine schrittweise Lösung. Die Pläne der Stadt für ein nachhaltiges Industriegebiet auf dem JHQ-Gelände bleiben vorerst bestehen, auch wenn Anpassungen notwendig werden könnten.
Die Aussetzung der Umbaumaßnahmen gibt dem Ministerium Zeit, seine Optionen zu bewerten. Die lokalen Behörden werden weiterhin mit den Bundesbehörden zusammenarbeiten, um eine tragfähige Lösung zu finden. Eine endgültige Entscheidung muss sowohl die militärischen Prioritäten als auch die Pläne zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region berücksichtigen.






