Böhmermanns provokante Berliner Ausstellung fordert ohne Handys heraus
Nadeshda SölzerBöhmermanns provokante Berliner Ausstellung fordert ohne Handys heraus
"Die Möglichkeit der Irrationalität" – eine provokante Ausstellung in Berlin
Im Berliner Haus der Kulturen der Welt hat eine mutige neue Ausstellung mit dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" ihre Tore geöffnet. Entwickelt vom Satiriker Jan Böhmermann und dem Künstler Royal, zieht die Schau bereits seit ihrem Start am vergangenen Wochenende große Besuchermengen an. An der Tür müssen die Gäste ihre Handys abgeben – eine Maßnahme, die den ohnehin schon provokativen Charakter der Veranstaltung noch unterstreicht.
Die Ausstellung läuft bis zum 19. Oktober 2023 und präsentiert eine Mischung aus skurrilen und politisch aufgeladenen Installationen. Draußen begrüßt die Besucher eine aufblasbare Freiheitsstatue, innen thront eine lebensgroße Büste des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl – vollständig aus Butter geschnitzt. Ein Fernrohr lädt zudem dazu ein, ins Büro des benachbarten Kanzleramts zu spähen und damit einen wörtlich gemeinten Blick auf die Macht zu werfen.
Alle 28 Minuten wird ein Stofftier von einer Maschine zerschreddert – es sei denn, ein Besucher zahlt 20 Euro, um den Vorgang zu stoppen und ein Foto zu machen. Zu den ernsteren Exponaten zählt eine Gedenktafel für eine 1966 erwürgte Prostituierte, die im angrenzenden Park angebracht ist. Auch Objekte aus Böhmermanns Fernsehkarriere sind zu sehen, darunter eine Goldene Schallplatte des Rappers Bushido und ein Boxsack von Jan Marsalek.
Ursprünglich sollte das Begleitprogramm der Ausstellung Auftritte des Musikers Chefket umfassen, doch diese wurden nach Vorwürfen des Antisemitismus abgesagt. Andere Künstler wie Domiziana, Mine, Ebow und Wa22ermann werden jedoch während der Laufzeit auf der Bühne stehen.
Die Schau verbindet Satire, Politik und Spektakel, wobei strenge Regeln wie das Handyverbot das Erlebnis der Besucher prägen. Täglich bis Mitte Oktober geöffnet, fordert sie zur Diskussion auf und lässt keine passive Betrachtung zu. Durch die Mischung aus Humor, Geschichte und Konfrontation bleibt die Ausstellung ein Gesprächsthema in der Berliner Kulturszene.






