29 June 2026, 18:21

Bachmann-Preis 2023: Mutige Geschichten und eine unvergessliche Jury-Entscheidung

In Frontal Opposition zu Allem

Bachmann-Preis 2023: Mutige Geschichten und eine unvergessliche Jury-Entscheidung

Der Bachmann-Preis 2023 präsentierte ein höheres literarisches Niveau als im Vorjahr. Eine siebenköpfige, ausschließlich weibliche Jury bewertete die eingereichten Texte und hob dabei innovative Ideen sowie eine starke sprachliche Qualität in den meisten Beiträgen hervor. Nur wenige Texte wurden rundweg abgelehnt – viele überzeugten durch Originalität und emotionale Tiefe.

Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis für seinen Text „Vater ohne Sohn“, eine zugleich sinnliche und zurückhaltende Erzählung über die Kämpfe eines schwulen Vaters. Kinga Tóth wurde mit dem KELAG-Preis ausgezeichnet, und zwar für ihre Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“ und der täglichen Demütigungen, denen sie ausgesetzt ist.

Den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis sowie den Publikumspreis sicherte sich Schaette für „Was wir tragen“, einen Text, der sich mit der lebenslangen Gewalt auseinandersetzt, der übergewichtige Menschen ausgesetzt sind. Magdalena Schrefel gewann den 3sat-Preis für „Kirschen, Herz in der Schlinge“, eine nachdenkliche Reflexion über Brustkrebs und die Schwierigkeit, über Krankheit zu sprechen.

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Wiederkehrende Motive in den eingereichten Texten waren „Flecken“, die als Symbol für blinde Flecken oder Unheilsboten fungierten und oft mit prekären Lebensumständen verknüpft wurden. Slata Roschal sorgte für Schlagzeilen, indem sie sich nach ihrer Lesung weigerte, der Jury gegenüberzutreten. Sie kritisierte die Behandlung von Autor:innen durch den Literaturbetrieb und löste damit eine Debatte über die Dynamiken des Wettbewerbs aus.

Der Preis würdigte in diesem Jahr vielfältige und kraftvolle Erzählungen. Die Anerkennung mutiger Geschichten und persönlicher Kämpfe durch die Jury prägte die Veranstaltung. Gewinner:innen und Teilnehmer:innen gleichermaßen trugen zu einer unvergesslichen Ausgabe des Wettbewerbs bei.

Quelle