Aprilscherz wird Realität: Rheingauer Riesling-Spa nimmt Gestalt an
Aprilscherze 2024: Aus Spaß wird Ernst im Rheinland
Der Aprilscherz 2024 brachte verspieltes Chaos in die deutsche Rheinregion. Manche Streiche blieben den Menschen so im Gedächtnis, dass einer davon nun überraschend Realität wird.
Von einem weingetränkten Spa bis zum Pferdefeuerwehrmann reichten die Scherze von skurril bis absurd. Doch zwei Jahre später wird aus einem harmlosen Ulk langsam Ernst.
Am 1. April 2024 präsentierte das Weingut Schloss Vollrads im Rheingau Pläne für ein "integriertes Hydro-Vinotherapie-Zentrum". Das Konzept sah Thermalbäder mit Riesling gefüllt vor – als Wellness-Revolution beworben. Damals war klar: ein Aprilscherz, garniert mit fingierten Bauplänen und übertriebenen Gesundheitsversprechen.
Andernorts behauptete Mainz' Metzger Peter, er habe sein Schlachtermesser gegen eine Kochmütze beim Fußballclub Mainz 05 eingetauscht. Der neue Baudezernent der Stadt, Ludwig Holle, erklärte die berüchtigten Baustellen – darunter das halbfertige Rathaus und das Gutenberg-Museum – kurzerhand zu "denkmalschutzgeschützten" Monumenten. Die Feuerwehr Ahrweiler stellte "Lutz" vor, ein Pferd, das Schläuche ziehen und Katzen von Bäumen retten sollte. Selbst der FDP-Politiker Thomas A. Klann machte mit und kündigte seinen plötzlichen Wechsel zur konkurrierenden CDU an.
Doch der nachhaltigste Streich kam von Schloss Vollrads. Bis April 2026 hatte sich der Scherz zu einem echten Projekt entwickelt. Partnerschaften mit lokalen Winzern und Wellness-Unternehmen entstanden, um ein weinbasiertes Spa zu realisieren. Planungsunterlagen wurden eingereicht, doch der Baubeginn steht noch aus, während Genehmigungen geprüft werden. Die Idee, in rieslingdurchtränktem Wasser zu baden, wirkt plötzlich gar nicht mehr so abwegig.
Andere Scherze verflüchtigten sich schnell. Das Feuerwehrpferd galoppierte nie über die Titelseiten hinaus. Metzger Peter blieb beim Wurstscheiben, nicht beim Steakbraten für Fußballer. Und Holles "denkmalgeschützte" Baustellen blieben, wie gewohnt, fest in Gerüsten verpackt.
Das Riesling-Spa, einst ein flüchtiger Witz, befindet sich nun in der offiziellen Planungsphase. Partner sind an Bord, Entwürfe werden verfeinert – doch der erste Spatenstich lässt noch auf sich warten. Die übrigen Aprilscherze von 2024 bleiben vorerst, was sie waren: Witze, deren Nachhall kaum über ein paar Lacher hinausreicht.






