AfD gewinnt überraschend bei Deutschen mit polnischem und russischem Migrationshintergrund
Steve HeckerAfD gewinnt überraschend bei Deutschen mit polnischem und russischem Migrationshintergrund
Eine neue Studie offenbart verschobene politische Loyalitäten unter Deutschen mit Migrationshintergrund. Die AfD hat in mehreren Gemeinschaften deutlich an Zuspruch gewonnen – besonders bei Menschen polnischer und russischer Herkunft. Gleichzeitig verlieren traditionelle Parteien wie die Union in diesen Gruppen an Einfluss.
Die Forschung der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt den wachsenden Zuspruch für die AfD. Bei Deutsch-Polen liegt die Partei nun mit 33 Prozent Unterstützung an der Spitze. Auch Russen mit Migrationshintergrund zeigen eine stärkere Unterstützung für die AfD, die hier bei 14 Prozent liegt.
Spätaussiedler – Deutsche, die aus ehemaligen Sowjetrepubliken zurückkehrten – bevorzugen die AfD sogar noch deutlicher: 31 Prozent von ihnen unterstützen die Partei. Die Studie führt diese Unterschiede auf divergierende Ansichten zur Migrationspolitik zurück.
Dagegen bleibt die AfD unter Deutsch-Türken deutlich weniger beliebt und kommt dort nur auf 8 Prozent – gleichauf mit den Grünen. Die SPD dominiert in dieser Gruppe weiterhin mit 35 Prozent. Die Union hingegen hat sowohl bei Nachkommen polnischer als auch russischer Herkunft an Boden verloren.
Der Aufstieg der AfD zeigte sich auch bei jüngsten Kommunalwahlen. In Nordrhein-Westfalen erreichte die Partei bei Integrationswahlen in mehreren Ruhrgebietsstädten den zweiten Platz und wurde in Hagen sogar stärkste Kraft. Forscher warnen jedoch, dass einige Ergebnisse durch nicht gewichtete Stichproben verzerrt sein könnten.
Die Erkenntnisse bestätigen den wachsenden Einfluss der AfD in bestimmten Migrantengemeinschaften. Während die Partei bei Deutsch-Polen und Russen führt, bleibt ihre Unterstützung unter Deutsch-Türken gering. Traditionelle Parteien stehen nun vor der Herausforderung, in diesem sich wandelnden politischen Umfeld verlorenes Terrain zurückzugewinnen.






